Sonntag, 2. Juli 2017

Bushcraft Probetour mit dem Fahrrad

Ich wollte mal etwas Neues ausprobieren ...

denn die nagelneue Hängematte und das niegelnagelneue Tarp meines Freundes Klaus, weckte irgendwie mein Interesse. Ich habe Klaus im letzten Jahrauf einem Fernreiseradlertreffen in Travemünde kennengelernt. Da überraschte er mich schon mit seinem neuen sogenannten Hobo-Kocher (klick) In diesem Jahr auf dem Treffen in Erfurt erschien er mit einem Tarp in Flecktarn. Naja, was soll ich sagen, mich interessierte die Art, wie er durch die Lande zu reisen pflegt und als das Treffen in Erfurt zu ende war, sind Klaus und ich zwei Tage zusammen durch das schöne Thüringen geradelt. Natürlich haben wir die Nacht nicht auf einem Campingplatz verbracht, sondern wir schlugen uns in die Büsche. Hier ist der Beweis: (siehe Fotos unten). Wir lagern an einem kleinen Bach, der uns mit frischem und klaren Wasser versorgte, und der sogar das Baden ermöglichte. Das war ja geradezu purer Luxus, was die Natur und der Zufall uns an diesem Platz geboten hat. 

Klaus verfügt über eine dem Bushcrafting angemessene Ausrüstung

Ich hingegen wohne in einem komfortablen Zelt, allerdings wenigstens mit olivgrünem Überzelt 

Ich kann an dieser Stelle wirklich und ganz überzeugt feststellen, dass mir die zwei Fahrtage mit Klaus einen Heidenspaß bereitet haben. Nicht nur dass das Wetter sich vorbildlich zeigte, nein auch der harmonische Tagesablauf und sehr ähnlich gelagerte Interessen und "Weltanschauungen" trugen dazu bei, dass wir, unabhängig von einander die Idee entwickelten, bald einmal eine gemeinsame Tour zu fahren. So ein Vorhaben ist nicht ganz so einfach, wenn die Heimatorte der beiden "Abenteurer"  so weit auseinander liegen, wie es bei uns der Fall ist. Klaus wohnt im Allgäu und ich wohne bekanntlich in Schleswig-Holstein. Aber, wir werden sehen, irgendwann wird es schon klappen.


Klaus wohnt irgendwo im Allgäu

     
Ich wohne irgendwo hier
       




                                                           
      

Das war die Vorbemerkung.


Zuhause angekommen reift der Gedanke, es noch einmal allein zu versuchen und auszuprobieren, ob ich mit dieser etwas anderen Art der Radreise auch allein zurecht komme. Irgendwie blöd, dass ich gerade vor ein paar Wochen meinen Trangia-Kocher verkauft habe. Aber was soll`s, richtige Bushcrafter kochen ja sowieso auf dem Hobo-Kocher, oder auf dem Lagerfeuer, oder eben gar nicht. Trotzdem, und das sei jetzt schon mal verraten, hab ich dann meinen Gaskocher mitgenommen.    

Die Planung


Zunächst bemühte ich die erfahrenen Bushcrafter auf Youtube, wie zum Beispiel Kai Sackmann (klick)
Dann wollte ich mir möglichst eine Tour vornehmen, auf der ich  nicht ständig durch große Siedlungen, Dörfer und Städte fahren muss. Diese Gegend meinte ich in Mecklenburg-Vorpommern gefunden zu haben. Und dann wollte ich ziemlich sicher gehen, dass ich nicht gleich nach Aufsuchen eines Lagerplatzes wieder von dort vertrieben würde. 
Also entwickelte ich folgende Route:


Da würde ich Teiche, Seen und Bäche und eventuell auch die Ostsee nutzen können, um am Abend, nachdem ich verschwitzt und verstaubt meinen Lagerplatz gefunden habe, wenigstens noch kurz untertauchen zu können. Mit Untertauchen ist in diesem Fall der wahrste Sinn des Wortes gemeint. In gewisser Weise hat mich auch dieser Mann (klick) inspiriert. Sein Lagerplatz hat mir besonders gut gefallen.

"Na, denn man to", wie dat op Plattdütsch heet. Für die Allgäuer: "Pack  mer`s" oder "Auf geht`s"

Es geht los. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Zurücklegung großer Distanzen, sondern auf genussvollem Radeln durch die Natur. An Klamotten und Ausrüstung habe ich nur das Nötigste eingepackt, allerdings habe ich noch eine große Baumarktplane, 30 m. Paracordschnur und 12 Zelthäringe zusätzlich mitgenommen. (Wird vielleicht ja gebraucht, kann man ja nie vorher wissen)   

Auf dem Weg zur Ostsee mache ich noch so manchen Abstecher und inspiziere die kleinen Wäldchen, um zu prüfen, ob hier Outdoor-Übernachtungen möglich sind. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man viele solcher Plätze. Es ist aber wohl klar, dass die hier nicht explizit erwähnt werden. Ich will ja keinen Bushcraft-Touristenführer schreiben. 

Ich weiche schon früh von meiner geplanten Route ab, um die Strandzugänge zu prüfen.

Sieht ja sehr verlockend aus, aber Verbotsschilder erlauben keine Zelte, und schon gar nicht zum Zwecke der Übernachtung.

Am Ende des zweiten Weltkrieges, als vor mehrals 70 Jahren spielte sich an
dieser Stelle der Lübecker Bucht ein ganz furchtbares Drama ab,  an das das
 schlichte Birkenkreuz erinnern soll. 


                                                 

Kurz danach komme ich nach Groß Schwansee. Die Lindenallee zeigt dass hier einmal wohlhabende Herrschaften gewohnt und geherrscht haben. Hier (klick) kann man die Geschichte des Schlossgutes nachlesen, und hier (klick) kann man Übernachtungen buchen, aber sicher nicht die Art von Übernachtungen, die ich gerade im Sinn habe.

Allee zum Schlossgut Groß Schwansee

Schöne Zeltwiese , (grins und zwincker)

Vom Schloss direkt zum feinen Sandstrand



Zur Abwechselung bringe ich etwas Farbe ins Bild. 

                               


Rechts das weite Mecklenburger Land
Und links die Steilküste. 
Am frühen Nachmittag bin ich dann so in etwa auf der Höhe der Ortschaft Klütz. Jetzt stehen an den Trampelpfaden keine Verbotsschilder mehr, aber die Steilküste macht seinem Namen alle Ehre und ist so steil, dass der Strand nur durch eine waghalsige und sehr gefährliche Kletterpartie erreicht werden kann. Mit einem Fahrrad da runter zu kommen??? Unmöglich. Einen Zugang hab ich allerdings gefunden, allerdings, sollte es heute Nacht oder morgen regnen, kommt man nicht wieder rauf, jedenfalls nicht ohne tatkräftige Unterstützung von weiteren "Abenteurern".

Doch dann werde ich endgültig fündig. Ich kann den Strand gut mit dem Fahrrad erreichen. Auf einem kurzen Stück muss ich es tragen, am Strand direkt, kann ich es natürlich nur schieben, aber als ich weit genug weg bin, vom Weg, der von oben an den Strand führt, komme ich an diesen Platz: siehe Foto  
Hier werde ich mein Lager aufschlagen.
Doch bevor ich das Zelt aufstelle, beschließe ich erst einmal abzuwarten, ob jemand vorbei kommt. Die Wartezeit nutze ich mit der Herstellung einer halbwegs ebenen Fläche für das Zelt, damit ich nachts nicht ständig in Richtung Wasserlinie rutsche. Ich sammle Feuerholz, lege eine kreisförmige Feuerstelle an, trinke ein Bier und blicke auf die Ostsee. Schließlich, als sich wider Erwarten niemand sehen lässt, stelle ich das Zelt auf, weit genug vom Steilufer entfernt, um nicht Gefahr zu laufen von Abbrüchen erschlagen zu werden und weit genug von der Wasserlinie entfernt, um nachts nicht überspült zu werden. Sehr viel Spielraum bleibt da nicht, aber es geht.


Dann dauert es nicht mehr lange und unter Zuhilfenahme von trockenem Seegras und Baumrinde, sowie winzig kleinen, trockenen Zweigen und eines Feuerzeugs, brennt mein Lagerfeuer. Zum Glück finde ich eine Holzkiste, die jemand hat liegen lassen, so dass ich mich über Mangel an Feuerholz nicht  beklagen kann. Ich stelle fest, so ein Feuerchen brennt schnell herunter. Man braucht eine kleine Säge (hab ich nicht) oder zumindest ein großes Messer (hab ich auch nicht), oder besser noch, eine kleine Axt (hab ich schon gar nicht),  um ausreichend Holz zerkleinern zu können. 



Ja, ich weiß, ein richtiger Bushcrafter sammelt Treibholz, er spaltet keine Kistenbretter, die er unterwegs findet und zündet sein Feuer nicht mit dem Feuerzeug an, sondern mit einem Feuerstahl. Ich mach das aber anders. Ich bin ja auch das Greenhorn, der völlig überzivilisierte Mensch. Ich bin ja auch, und das geht normalerweise schon gar nicht, mit dem Fahrrad hier. Wie geht das denn? Shame on me!!!  Ist mir aber, mit Verlaub gesagt, scheißegal. Mir gefällt`s genau so, wie es grad ist. 

So langsam findet die Sonne ihren Weg in Richtung Horizont

Das ist kein Nebel, sondern das sind Rauchschwaden vom Lagerfeuer.

Ein Fährschiff ist in Travemünde ausgelaufen. Vorn, in Ufernähe dümpeln die Schwäne, immer auf der Suche nach Futter. 

Mein Feuerholzvorrat geht zur Neige
Ich koche mir auf dem kleinen Gasbrenner einen Kaffee, esse das mitgebrachte Brot, die Salami, den Krautsalat und beobachte, wie die Sonne sich anschickt, in die Ostsee einzutauchen. 
Zu erwähnen ist noch, dass ich den Helinoxstuhl wieder eingepackt habe, statt dessen kam die zweite Plane zum Einsatz. Die Stuhlbeine versanken im tiefen, weichen Sand. Am Strand kann ich gut darauf verzichten. Die Plane hatte allerdings am nächsten Tag ein paar Löcher. Offensichtlich verursacht durch glühende Holzteilchen, die von den Kistenbrettern abgesprungen sind, während ich mich im Ostseewasser gewaschen habe. Zum Glück wurde das Zelt nicht betroffen. (Schon wieder was gelernt: Feuer weit genug weg vom Zelt und eventuell aufgespanntem Tarp)




Zunächst sieht es nicht nach einem spektakulärem Sonnenuntergang aus, dann aber kommt es doch noch zum großen Finale.  Die Abendstimmung ist einfach überwältigend. Hier würde sicher auch eine musikalische Begleitung durch ein großes Orchester passen. Mir aber genügt das Rauschen der Ostseewellen.






Der Mond ist in dieser Nacht nicht zu sehen. Schade eigentlich, aber man kann auch nicht immer alles haben wollen. 

Um 23:00 Uhr liege ich im Zelt. Den Eingang zur Seeseite lasse ich halb offen. Das Rauschen des Meeres lässt mich schnell einschlafen, es weckt mich aber des öfteren in der Nacht, so dass ich die Morgendämmerung und den beginnenden Tag halbwegs live erleben kann. 

Morgens um 07:00 Uhr stehe ich auf. Sich im kühlen Ostseewasser frisch zu machen ist ein Erlebnis für sich. Zum Schwimmen ist mir das Wasser so früh morgens dann doch ein wenig zu kalt. 

Mit frisch gebratenem Speck, mit Brot von gestern, Camembert-Käseecken, Nutella und zwei Bechern Kaffee bekämpfe ich erfolgreich den Hunger. Man glaubt ja nicht, was für einen Appetit der Wildcamper entwickelt, wenn er die erste Nacht an einem einsamen Strand erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Bald ist das Zelt wieder abgebaut, die Ausrüstung verstaut und das Fahrrad bepackt. Ich mache mich auf, noch ein paar einsame Wald-, Feld und Wiesenabschnitte während meiner Rücktour zu entdecken, die sich auch für wildes Campen eignen. Ich habe auch einige gefunden. Aber auch hier gilt: genießen und schweigen. 

Abschied vom Strand

 Fazit

Bushcrafting in seiner reinsten Form, oder so, wie es vermeintlich echte Outdoorer gern betreiben, ist nicht so ganz mein Ding. Auf einige, wenige Annehmlichkeiten der Zivilisation will ich lieber nicht verzichten. So kann ich gut damit leben, in einsamen Gegenden zu biwakieren, auf einem Feuer zu kochen, und für einen oder zwei Tage auf eine heiße Dusche zu verzichten, solange irgendwo in der Näher einigermaßen sauberes Wasser zu finden ist. Aber ohne Zelt oder Tarp im Wald im Schutze eines umgestürzten Baumes oder an anderen einfachsten Plätzen zu lagern und sich seinen Unterschlupf selbst zu bauen, das geht mir dann doch zu weit. Das hatte ich vor 50 Jahren bei der Bundeswehr. Das brauch ich heute nicht mehr. 

Aber, das Erlebnis in der Natur, abseits von Städten, Dörfern und Wohnsiedlungen, egal, ob in kargen Gegenden, mitten im Wald, oder am See oder am Meer, das ist es, was ich sehr, sehr gerne mag. 

Nun war es auf diesem Kurztrip ja nicht meine erste Übernachtung draußen, abseits und unter Verzicht auf einen Campingplatz, aber das Erlebnis am Ostseestrand hat mich in meinem Vorhaben bestärkt, solche Gelegenheiten ganz bewusst zu suchen.

Und zum Schluss stelle ich meinem Freund im Allgäu die Frage: " Wann wollen wir los, Klaus?"    


Freitag, 30. Juni 2017

6 Flüsse-Tour im Mai 2017 Teil 3 (Abreise Erfurt - Werra - Weser)

Sonntag, 28. Mai 2017  Abreise aus Erfurt


Am Vorabend habe ich mit Klaus verabredet, dass ich versuchen werde, ihn einzuholen, wenn er schon um 7:00 Uhr morgens startet. Ich selbst kann aus organisatorischen Gründen erst um 09:15 Uhr folgen. Klaus fährt um 07:30 Uhr los und ich folge dann 2 Stunden später. Das soll die geplante Strecke sein. Wir haben uns  maximal zwei Tage Fahrzeit bis Hörschel vorgenommen. So ist der Plan.


Bei Gotha, im Biergarten von Oma Plüsch, wartet Klaus auf mich. Wir trinken kalten Gerstensaft und ich gönne mir einen Spargelteller. 




Heute meint es die Sonne besonders gut mit uns. Ein hochsommerliches Wetter begleitet uns den ganzen Tag. Es ist sehr, sehr warm und wir haben den Eindrück, es könne noch Gewitter geben. Das Aquädukt bringt auch keine Abkühlung.  

                                             


Unterwegs, in einer parkartig angelegten Grünfläche mit hohen Bäumen und tiefem Schatten machen wir eine Pause, legen uns auf eine Plane, ziehen die Schuhe aus, und ehe wir uns versehen sind wir eingeschlafen und wachen erst 90 Minuten später wieder auf und fahren weiter. 
Nach 72 km beraten wir uns, ob wir noch das angestrebte Ziel Eisenach anfahren, oder schon jetzt einen Lagerplatz suchen wollen. Wir entscheiden uns für den Lagerplatz und finden eine sehr, sehr schöne Stelle. 

Ein Bach namens Hörsel lädt zum Baden ein.

Die Fahrräder sind durch Bäume und Strauchwerk gut vor neugierigen Blicken geschützt.
An dieser Stelle ist der Bach einen Meter tief und hat ein Kiesbett. Eine ideale Badestelle.

Es ist schon von Vorteil, wenn man ein grünes oder olivfarbenes Zelt besitzt. 

Klaus testet heute seine neue Hängematte.

Ein bißchen neugierig aber auch stark interessiert schaue ich mir diese Variante der Übernachtungsmöglickeit an. Wäre das auch eine Lösung für mich? Schaun mer mal, was Klaus morgen früh zu erzählen hat.


Wir setzen uns auf die gemähte Wiese und essen unsere Vorräte, bestehend aus Brot, Brötchen, Käse, Marmelade und genießen das Feeling der Bushcrafter.   Bei einbrechender Dämmerung geht jeder von uns noch über die Wiese, zurück zum Radweg, um festzustellen, dass von dort unser Lager nicht zu sehen ist. Unsere Tarnung ist perfekt. Wir verbringen eine ruhige Nacht. Es hat nicht geregnet.

Gefahrene Strecke heute  :   72 km


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Montag, 29. Mai 2017 von Eisenach über Hörschel nach Bad Sooden-Allendorf


Wie schon gesagt, die Nacht war ruhig, nichts hat gestört. Klaus berichtete von einer bequemen Hängematte und ich von den Vorzügen einer guten Isomatte. Um 08:15 Uhr ist das Lager abgebaut. Alles wird gut verstaut und nichts wird hinterlassen, was darauf hinweisen könnte, dass hier zwei Männer übernachtet haben. Wir legen besonders großen Wert darauf, keine Spuren zu hinterlassen und hoffen,  dass wir oder andere Camper für zukünftige Vorhaben dieser Art wohlwollend geduldet werden. Wenn jeder Mann und jede Frau diese Grundregel der Nutzung eines Übernachtungsplatzes beachtet, ist die Wahrscheinlichkeit  groß, dass die Bauern, Förster, Grundeigentümer uns nicht vom Land oder aus dem Wald jagen. 

Unser erstes Ziel ist eine Bäckerei in Eisenach. Dort gibt es frischen Kaffee und Frühstücksbrötchen. 


In der Innenstadt werden wir fündig. Dann besuchen wir noch Martin Luther und entscheiden uns gegen den Anstieg zur Wartburg hinauf. Klaus kennt die Wartburg und ich verzichte. Der Tintenklecks muss warten, bis ich erneut in dieser Gegend bin. 








                                       

Nach Eisenach folgen wir meinem Track bis nach Hörschel an der Werra. Hier müssen Klaus und ich uns trennen. Er fährt weiter Richtung Quelle und ich muss in die entgegengesetzte Richtung, um am Zusammenfluß von Werra und Fulda zur Weser zu gelangen. Wir machen noch zwei Erinnerungsfotos. Die Ausrichtung der Fahrräder symbolisieren die Fahrtrichtungen. Da wir gut miteinander ausgekommen sind, ziehen wir in Erwägung, irgendwann einmal eine längere Tour zusammen zu machen. 



Gern hätten wir noch ein Bier zusammen getrunken, aber leider fand sich kein geöffnetes Lokal. Schade eigentlich.  Tschüß Klaus und gute gute Reise. Er wohnt im Allgäu und fährt noch ein paar Tage länger als ich.

Weiter geht`s. Hier ist noch einmal die geplante Strecke bis Hannoversch-Münden.



Der Radweg an der Werra entlang ist sehr zu empfehlen. In diesem Teil, von Hörschel bis Hann-Mü. gibt es zwar ein paar kleine, eigentlich gar nicht nennenswerte Steigungen, aber der Weg führt durch eine wunderschöne Landschaft. Allerdings habe ich das Problem, dass ich mich oft entscheiden muß, ob ich meinem Track auf dem Navigationsgerät, oder dem ausgeschilderten Weg folgen soll. Es zeigt sich, dass die Variante -ausgeschilderter Weg-, die bessere Wahl ist.









Die Fotos zeigen es wieder sehr deutlich, dass es sich heute erneut um einen sehr warmen, fast wolkenlosen Sommertag handelt. Unterwegs werden mir auf meinem Fahrradcomputer manchmal sogar 33 Grad C. angezeigt. Ich traue der Anzeige aber nicht. Ich glaube der Computer neigt ein bißchen zur Übertreibung. 





Bei Bad Sooden-Allendorf finde ich einen kleinen Campingplatz, sehr komfortabel und sehr nettes Personal. Es gibt zu essen und zu trinken, ich wasche Wäsche und lasse den Abend gemütlich ausklingen.

Gefahrene Strecke heute  :   90 km


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Dienstag, 30. Mai 2017  von Bad Sooden-Allendorf nach Hann-Münden und an der Weser entlang bis Bad Karlshafen.

Um 08:30 Uhr bin ich schon wieder unterwegs. Heute ist es nicht mehr so heiß. was mir sehr gelegen kommt, denn ich habe schon einen ordentlichen Sonnenbrand auf den Armen. Ich lasse es ruhig angehen und halte wieder das eine oder andere mal an, um Schönheiten am Wegesrand zu fotografieren.

                         

                             


Ich staune über die Art der Feldbestellung. Das ist ja wie vor 100 Jahren.

Da ich keine Gelegenheit habe, den Bauern zu fragen, warum und wieso, bleibt mir seine Motivation verborgen.   



Werrabrücken




Nach 37 km entlang der Werra komme ich um 11:45 Uhr in Hann-Münden an. Ich sehe eine wunderschöne Fachwerkstadt und fahre durch einen kleinen Park versehen mit verschiedenen Skulpuren, am Zusammenfluss von Werra und Fulda.  



Dr Eisenbarth
An der Ortsausfahrt von Hann.-Mü. mache ich eine einstündige Pause, direkt am Weserufer, programmiere das Navi und studiere den Prospekt des Weserradwegs. Später stelle ich fest, dass man kein Navi braucht. Der Weg ist so gut ausgeschildert, dass man sich nicht verfahren kann. Und selbst wenn man von ihm abkommt, gibt es immer irgendwo Hinweisschilder, denen man folgt und schon ist man wieder da, wo man hin will.
Hier ist noch einmal eine Übersichtskarte der Strecke, die ich in den nächsten Tage zurücklegen werde. 

Weserradweg von Hann-Mü. bis Bad Oyenhausen






Nachmittags um 15:30 Uhr bin ich dann in Bad Karlshafen. Zuerst gönne ich mir ein schönes großes Eis beim Italiener und dann baue ich mein Zelt direkt an der Weser auf. Der Campingplatz ist riesengroß, aber das stelle ich erst am nächsten Tag fest. Zunächst habe ich große Mühe bei dem aufkommenden Gewittersturm mein Zelt aufzustellen, was mir nur mit Hilfe eines netten Nachbarn gelingt. Danach bricht ein heftiges Gewitter los und ich kann feststellen, das das Zelt allen Unbilden und Wetterkapriolen standhält. Bis jetzt jedenfalls. 
Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei, als sei nichts gewesen, und ich verbringe einen entspannten Abend bei einer Flasche Rotwein und bedanke mich bei meinen Zeltnachbarn mit einer Flasche Bier und einer Tüte Chips.


Großartiges Panorama, nicht wahr?

Gefahrene Strecke heute  :   81,5 km


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Mittwoch, 31. Mai 2017   von Bad Karlshafen nach Hameln


Am Campingplatz gibt es noch einen frischen Kaffee und zwei Croissants, und zwar noch vor dem Abbauen. Das ist ungewöhnlich, aber ich will ja nicht hetzen. Die letzen beiden Fahrtage will ich mir viel Zeit lassen und die schöne Weser und die umliegenden Höhenzüge genießen. 
Kurz nach 10:00 Uhr bin ich in Höxter und schiebe das Fahrrad durch die belebte Fußgängerzone. Es ist Markttag mit entsprechendem Betrieb. 









Etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen finde ich die alte Benediktinerabtei Schloss Corvey








Es geht weiter an der Weser entlang über Holzminden nach Bodenwerder. Von hier telefoniere ich mit meinem Forumsfreund Peter, der mich auf dem Campingplatz besuchen will. Ich informiere ihn, dass ich abends in Hameln sein werde. Er sagt mir seinen Besuch zu. Allerdings habe ich die Entfernung von Bodenwerder bis Hameln doch ein wenig unterschätzt und komme erst um 16:00 Uhr in Hameln an.  





Münchhausenstadt Bodenwerder





Das Zelt steht, Peter kommt mit Bier und Rotwein und wir lassen es uns gut gehen.
Leider haben wir vergessen Fotos zu machen. Macht ja nichts, dann eben beim nächsten Treffen.


Gefahrene Strecke heute  :    95 km



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Donnerstag, 01. Juni 2017  Schlussetappe von Hameln nach Bad Oeynhausen


Gestern Abend habe ich in Hameln ein Restaurant aufgesucht und hervorragend gegessen. Auf dem Campingplatz gab es weder einen Kiosk oder einen Imbisswagen, oder sonst irgendeine Möglichkeit einzukaufen. Da wird gerade ganz groß umgebaut. Sieht alles vielversprechend aus. Peter wird mir berichten, was draus geworden ist, er wohnt ja ganz in der Nähe. 
Dass das heute meine Schlussetappe wird, ist bei der Abfahrt noch nicht endgültig klar, hab ich doch verschiedene Optionen von der Weser nach Lübeck zurück zu kommen. Also fahre ich erst einmal los.

Abschied vom Camping Hameln



Kunst am Radweg








Die Bilder bedürfen meines Erachtens keines Kommentars. Ich liebe diese Flusslandschaften. Und über das Wetter muss ich auch kein Wort mehr verlieren. Sonnenschein und sehr angenehme sommerliche Temperaturen sind mir auf der ganzen Reise treu geblieben. Ich habe außer dem Gewitter, am Abend in Bad Karlshafen, keinen Regen erleben oder ertragen müssen. Da schleppe ich meine Regenklamotten doch gern umsonst und nur als unnötigen Ballast mit mir herum. 

So ungefähr um 13:00 Uhr bin ich in Bad Oeynhausen am Bahnhof, erkundige mich nach Bahnverbindungen und entscheide mich für Regionalzüge über Hannover (umsteigen), Uelzen (umsteigen), Lüneburg (umsteigen) nach Lübeck. Ich habe noch Zeit für ein leckeres Eis und für eine kurze Fahrt durch den Kurpark. 








In Uelzen bleibt ein wenig Zeit, diesen sehenswerten Bahnhof einmal etwas genauer anzusehen. Er gefällt mir.

Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen




Ja, und dann habe ich, zuhause angekommen, noch ein Foto gemacht, das die Tagesetappe und die gesamte zurückgelegte Strecke während meiner Reise entlang 6 Flüssen in Deutschland dokumentiert. In den 899,9 km sind alle Kurzstrecken, Abzweiger und auch einige Fahrten zum Supermarkt oder zu Sehenswürdigkeiten enthalten. Ich konnte eine tolle und erlebnisreiche Reise machen und mir hat nicht ein einziger Kilometer leid getan. Mein Fazit: An Deutschlands Flüssen ist es wunderschön.

Ich freue mich über Kommentare, Anregungen und auch über Kritiken.